Sanierung und Erweiterung der Kläranlage Bargteheide Zukunftskonzept 2020
Die Abwasserentsorgung Bargteheide GmbH mit Sitz in Bargteheide unterhält und betreibt für die Stadt Bargteheide sowie für sechs Gemeinden des Amtes Bargteheide – Land die Schmutzwasser-Kanalnetze und die gemeinsame Kläranlage in der Stadt Bargteheide. Die Anlage wurde zuletzt Mitte der 90-er Jahre für eine Größe von 32.000 EW ausgebaut. In der Kläranlage werden die vorwiegend häuslichen Abwässer aus dem Stadtgebiet Bargteheide und den Nachbargemeinden Delingsdorf, Elmenhorst, Tremsbüttel, Fischbek, Hammoor und Jersbek behandelt.
Ein wichtiger und nicht zu vernachlässigender gewerblicher Einleiter ist die Firma Langnese Honig KG. Als Vorfluter dient ein Nebengraben des Bunsbaches, der über die Ammersbek in die Alster fließt. Die Gesellschafter der Abwasserentsorgung Bargteheide GmbH (die Stadt Bargteheide, das Amt-Bargteheide-Land und die die Gemeinde Delingsdorf) beschlossen im Jahr 2006 den weiteren Ausbau der Kläranlage Bargteheide durch ein Ingenieurbüro untersuchen zu lassen. Zu diesem Zweck wurde ein europaweites VOF-Verfahren durchgeführt, in dem sich das Ing.Büro Dr. Born – Dr. Ermel GmbH - Ingenieure - unter einunddreißig weiteren Ingenieurbüros im Wettbewerb durchsetzen konnte. Die Dr. Born - Dr. Ermel GmbH - Ingenieure - wurde im August 2006 beauftragt, die entsprechenden konzeptionellen Überlegungen im Rahmen eines Vorentwurfes „Zukunftskonzept 2020“ zu erbringen; unter Berücksichtigung des gewerblichen Haupteinleiters. Zunächst wurde die Belastungssituation der Kläranlage für den Ist-Zustand überprüft. Darauf aufbauend wurde der Prognosezustand für das Jahr 2020 mit der Abwasserentsorgung Bargteheide GmbH abgestimmt und das Ausbaukonzept der Kläranlage für diesen Planungshorizont entwickelt. Eine Ausbaugröße von 42.500 EW wurde festgelegt. In diesem Zusammenhang wurde ebenso festgestellt, dass an den bestehenden Anlagenteilen - insbesondere in der mechanischen Stufe und in der Schlammentwässerung - weitere Sanierungsarbeiten durchzuführen waren. Im Zuge der weiteren Beauftragung wurden im wesentlichen der Neubau eines zusätzlichen Zulaufspeichers, der Neubau eines Zentralspeichers und einer maschinellen Überschußschlammeindickung realisiert. Zeitgleich erfolgte die Migration der kompletten vorhandenen Automatisierungs- und Leittechnik für alle Anlagenkomponenten. Darüber hinaus wurden maschinentechnische Anlagenteile, bspw. die Sandfangkompaktanlage, die Belüftung der Belebung, die komplette Schlammentwässerung sowie die Abluftbehandlung saniert.
Der Ausbau der Kläranlage erfolgte während des laufenden Betriebes in insgesamt zwei verfahrenstechnischen Bauabschnitten im Zeitraum von September 2008 bis zum Oktober 2009. Die komplette Erstinbetriebnahme der erweiterten und sanierten Anlage für 42.500 EW erfolgte im März 2010. Die Einhaltung des im Rahmen des Vorentwurfes im Jahr 2006 genannten Kostenbudgets von rd. netto 3,5 Mio € ist hervorzuheben. Mit der Baukosten-abrechnung wurde das Kostenbudget im Jahr 2010 sogar unterschritten. Die vierjährige Zusammenarbeit mit den planenden Ingenieuren, den Ingenieuren der Bauüberwachung, den Ingenieuren der Schleswag Abwasser GmbH, der Projektbegleitung, dem Betriebspersonal der Schleswag Abwasser GmbH und den Mitarbeitern der bauausführenden Firmen war kooperativ und von dem Willen geprägt, die vorher definierten Ziele zu erreichen.


