Verleihung der Ehrenbürgerrechte an Herrn Karl Eduard Claussen am 20.09.2010
Karl-Eduard-Claussen wurde am 20. September im Rahmen eines Festaktes im Ganztagszentrum die Bargteheider Ehrenbürgerschaft verliehen. Claussen war von 1962 und 1971 Bargteheider Bürgermeister. Der ehemalige Sozial-, Justiz- und Innenminister von Schleswig-Holstein hatte großen Anteil an der Erlangung der Stadtrechte. Claussen ist der vierte Ehrenbürger von Bargteheide. Diese Ehre wurde bereits dem Ex-Bürgermeister Julius Gerken, dem ehemaligen Bürgermeister von Déville Michel Cozette und Kurt Iden, Alt-Bürgervorsteher zuteil.
Karl Eduard Claussen hat sich durch seine herausragenden Lebensleistungen zum Wohle Bargteheides und der bürgerschaftlichen Gemeinschaft aller in besonderer Weise verdient gemacht. Die Entwicklung unseres Ortes ist unverrückbar mit dem Namen Karl Eduard Claussen verbunden. Dank seines Weitblickes, der von ihm stets bewahrten menschlichen Tugenden und seiner politischen Fähigkeiten wurden gerade von ihm in der Zeit als Bürgermeister der damaligen Gemeinde und heutigen Stadt Bargteheide die entscheidenden Grundlagen für die auf die Zukunft angelegte erfolgreiche Entwicklung geschaffen. Die schon 1969 zustandegekommene Verschwisterung mit Déville-lès-Rouen, die 1970 erlangte Verleihung der Stadtrechte und der Aufbau eines modernen Schulwesens sind ein Teil der maßgeblich von Herrn Claussen herbeigeführten Errungenschaften. In Würdigung seiner zum Vorbild gewordenen Verdienste um Bargteheide und für die Gemeinschaft wird daher Herrn Karl Eduard Claussen das Ehrenbürgerrecht als höchste Auszeichnung der Stadt Bargteheide verliehen und ihm für seine großartigen Leistungen der Dank und die Anerkennung im Namen der Gemeinschaft ausgesprochen. Claussen war von 1962 und 1971 Bargteheider Bürgermeister. Der ehemalige Sozial-, Justiz- und Innenminister von Schleswig-Holstein hatte großen Anteil an der Erlangung der Stadtrechte. Claussen ist der vierte Ehrenbürger von Bargteheide. Diese Ehre wurde bereits dem Ex-Bürgermeister Julius Gerken, dem ehemaligen Bürgermeister von Déville Michel Cozette und Kurt Iden, Alt-Bürgervorsteher zuteil.
Bürgervorsteher Horst Kummereincke würdigte die Arbeit Claussens mit nachfolgender Rede:
Lieber Herr Claussen,
liebe, sehr verehrte Frau Claussen,
liebe Familie,
es gibt einen guten Grund dafür, den Anlass dieser Feierstunde auf den heutigen Tag zu legen. Herr Claussen, Sie feiern heute Ihren 80. Geburtstag. Dafür von dieser Stelle unsere herzlichen Glückwünsche und alles erdenklich Gute.
Wir haben diesen besonderen Tag mit Ihnen, mit Ihrer Familie abgestimmt, denn es geht um die Verleihung der Ehrenbürgerrechte der Stadt Bargteheide an Sie, lieber Herr Claussen.
Meine Damen und Herren, verehrte Gäste,
zu diesem Anlass, dieser Feierstunde, begrüße ich Sie im Namen der Stadtvertretung und im Namen von Herrn Bürgermeister Dr. Henning Görtz ganz herzlich.
Die Liste der Persönlichkeiten und Gäste, die Karl Eduard Claussen auf seinem politischen Weg – und nicht nur dort - begleitet haben, ist lang. Ich freue mich, dass Sie unserer Einladung gefolgt sind, um diese Feierstunde mit uns in einem würdigen Rahmen zu begehen. Bargteheider Künstler werden uns mit ihren Musikbeiträgen dabei unterstützen. Eine erste Kostprobe unserer Musikalischen Früherziehung, die in diesem Jahr ihr 40jähriges Jubiläum feiert und deren Gründung Sie als Bürgermeister maßgeblich betrieben haben, haben wir schon gehört. Herzlichen Dank dafür.
Sie werden Verständnis dafür haben, dass ich nicht jeden Gast namentlich begrüßen kann. Aber ich möchte stellvertretend nennen:
- die Familie Claussen, angereist aus Kappeln, Berlin, Wien und Madrid. Den kürzesten Weg hatten natürlich die Bargteheider Claussens.
- den Innenminister des Landes Schleswig-Holstein, Herrn Klaus Schlie. Er wird heute die Festansprache halten.
- den Finanzminister des Landes Schleswig-Holstein, Herrn Rainer Wiegard und seine Frau Jutta Werner, die ehemalige Bürgervorsteherin unserer Stadt
- unsere Kreispräsidentin Frau Christa Zeuke
- unseren Altbürgermeister Werner Mitsch
- den Ehrenbürger unserer Stadt, Herrn Kurt Iden
Familie ist das Stichwort. Am 03./04. Juni haben Sie das Fest der goldenen Hochzeit gefeiert. Seit 50 Jahren sind Sie, liebe Frau Claussen, Ihrem Mann nicht nur die gute Ehefrau, sondern auch wertvolle Ratgeberin und Mahnerin zugleich, sowohl in seinem beruflichen wie auch politischen Leben als Bürgermeister, als Abgeordneter, als Landesminister. Ich behaupte, ohne Ihre Frau, ohne den Rückhalt Ihrer Familie, wäre Ihr Werdegang, Herr Claussen, so nicht – oder nur schwer – möglich gewesen. Darum wäre es vielleicht gerechter – wenn es denn möglich wäre – die Ehrenbürgerrechte zu gleichen teilen an Sie beide zu verleihen.
Der Wechsel unseres ersten hauptamtlichen Bürgermeisters Dr. Enno Wilkens von Bargteheide nach Heide machte im Mai 1962 eine Neuwahl erforderlich. Von 27 Bewerbungen kamen 4 Bewerber in die engere Wahl. Bis zur Vorstellung und Wahl durch die Gemeindevertretung am 18. Mai 1962 im Gasthof am Markt (heute REWE) bleiben noch 2 Bewerber, einer der beiden war Karl Eduard Claussen. Herr Claussen dankte in seiner Vorstellung zunächst dafür, trotz seines jugendlichen Alters für die endgültige Wahl berücksichtigt worden zu sein. Und seine Ausführungen über die künftige Entwicklung Bargteheides müssen auf die Gemeindevertretung sehr beeindruckend gewirkt haben, berücksichtigt man, dass dieses Gremium aus 17 Herren in gesetztem Alter und zwei streitbaren Damen bestand. Sie mögen mir das „gesetzte Alter“ verzeihen. Einer der Herren ist übrigens unter uns: Kurt Iden. Ein Zweiter, unser ehemaliger Bürgervorsteher Hans Heinrich Gaycken wäre gerne ebenfalls erschienen, er befindet sich aber im Urlaub.
Von einem Gemeindevertreter kam dann auch prompt die Frage, ob er beabsichtige, längere Zeit in Bargteheide zu bleiben oder die Stelle des Bürgermeisters als Sprungbrett zu benutzen. Aber Karl Eduard Claussen war auch trotz seiner erst 31 Jahre nicht auf den Mund gefallen und konterte: Die Bürgermeister-Stelle sei für 6 Jahre ausgeschrieben und um diese habe er sich beworben. Von den anwesenden 18 Gemeindevertretern wurde Karl Eduard Claussen dann mehrheitlich gewählt. Kuriosum am Rande: Es wurden nur 17 Stimmzettel abgegeben. Ein Gemeindevertreter hatte es tatsächlich versäumt, seinen Stimmzettel abzugeben. Er hatte Wahlurne und Jackentasche verwechselt.
Der neu gewählte Bürgermeister trat seinen Dienst am 01. Juni 1962 an. Am 10. Juli 1962 wurden Claussens auch Bargteheider Bürger und sind das bis heute geblieben. Seine Wiederwahl für eine 2. Amtsperiode ab dem 01. Juni 1968 erfolgte am 15. Dezember 1967. Sie hatten schon bei Ihrer Vorstellung klare Ziele über die Entwicklung Bargteheides und haben sie konsequent umgesetzt: Behutsames Bevölkerungs-Wachstum, eine verträgliche Industrie- und Gewerbeansiedlung, Schaffung möglichst vieler Arbeitsplätze vor Ort.
Niemand vor Ihnen hat die Entwicklung Bargteheides so nachhaltig beeinflusst und dabei durch geeignete Infrastrukturmaßnahmen – Arbeiten, Wohnen und Leben – in Einklang gebracht. Bargteheides Weg in die Moderne, wie Hannelies Ettrich dies so treffend zum Stadtjubiläum formuliert hat, wurde von Ihnen, sehr geehrter Herr Claussen, gestaltet.
Ich nenne beispielhaft nur die zentrale Wasser- und Abwasserversorgung und die Entwicklung zum landesweit anerkannten Schulstandort. Man mag es sich kaum noch vorstellen, noch 1957/1958 fand Schule in Bargteheide im Altbau der jetzigen Albert-Schweitzer-Schule und im jetzigen Gebäude des Deutschen Kinderschutzbundes in der Alten Landstraße statt – im Schichtbetrieb, einwöchig wechselweise vor- und Nachmittagsunterricht. Heute haben wir sämtliche Schulformen am Ort, 8 Schulen mit ca. 4.500 Schülerinnen und Schülern.
Dank dieser zielstrebigen Entwicklung erwarben wir auf Ihr Betreiben 1970 die Stadtrechte.
Ihr besonderes Augenmerk galt auch der deutsch-französischen Verständigung. Bereits im Jahr 1969 verschwisterten wir uns mit der französischen Stadt Déville-lès-Rouen, deren Ehrenbürger Sie seit 1974 sind. Im Mai 1971 folgten Sie dann dem Ruf Gerhard Stoltenbergs nach Kiel und gehörten der Landesregierung bis 1988 als Minister in den Ressorts Soziales, Justiz und Inneres an.
In einem kürzlich geführten Interview werden Sie zitiert: Wichtig ist immer, die Wahrheit zu sagen – auch in Wahlreden. Die Attribute Ehrlichkeit, Geradlinigkeit, Aufrichtigkeit und Zuverlässigkeit haben Sie immer ausgezeichnet. Gerade deshalb haben Sie auch politische Turbulenzen unbeschadet überstanden und an Beliebtheit gewonnen, nicht nur bei den Bargteheider Bürgerinnen und Bürgern.
Anlässlich des 40-jährigen Stadtjubiläums hat die Stadtvertretung in ihrer Sitzung am 05. Mai 2010 einstimmig beschlossen, Ihnen in Würdigung Ihrer Verdienste um die Stadt Bargteheide und seine Einwohnerinnen und Einwohner die Ehrenbürgerrechte zu verleihen.
Es ist mir eine besondere Ehre und große Freude, Ihnen nach der Festansprache von Herrn Minister Klaus Schlie dazu die Urkunde aushändigen zu dürfen.
Vorher aber kündige ich Ihnen einen besonderen musikalischen Beitrag an. Es hat sowohl mit der schon erwähnten Musikalischen Früherziehung, aber auch mit Ihrer Familie – speziell einem Ihrer Enkelkinder – zu tun. Lassen Sie sich überraschen.



