Inhalt
Datum: 15.11.2020

Grußwort zum Volkstrauertag

Am Volkstrauertag legten Bürgervorsteherin und Bürgermeisterin in stillem Gedenken einen Kranz am Ehrenmal nieder.

Grußwort der Bürgermeisterin Birte Kruse-Gobrecht zum Volkstrauertag am 15. November 2020

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Volkstrauertag ist in diesem Jahr ein besonderer. Nicht nur, weil wir wegen der geltenden Einschränkungen nicht wie gewohnt zu einer Gedenkfeier zusammen kommen können.

Die Arbeitsgruppe und Schülerinnen und Schüler des Eckhorst Gymnasiums haben sich wieder mit großem Eifer um eine wertvolle Gestaltung der Gedenkveranstaltung gekümmert und können dies nun leider nicht umsetzen. Beide haben zugesagt, das Erarbeitete nun im kommenden Jahr einzubringen. Ich danke der AG und den Schülerinnen und Schüler vielmals für Ihre Mühe.

Der Volkstrauertag ist auch deshalb besonders, weil wir in diesem Jahr, 75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges, auf dieses Ereignis noch einmal einen besonderen Blick richten.

Bereits am 8. Mai in diesem Jahr haben wir mit dem Setzen des Friedenssteins am Rathaus den Jahrestag zum Anlass genommen, den Wert des Friedens für unsere Gesellschaft zu erkennen. Wir haben gemahnt, den Anfängen zu wehren, wie sie 1939 und den Vorjahren zum großen Leid des Krieges geführt haben und die heute von so machen leider wieder heraufbeschwört werden.

Heute am Volkstrauertag halten wir nun inne. Heute, wo wir lediglich die Kranzniederlegung abhalten können, wird dieser stille Tag, in Verbindung mit dem Jahrestag zum Kriegsende, bemerkenswert still.

Wir gedenken den zivilen Opfern von Krieg, Diktatur, Gewalt und Verfolgung.

Unser Gedenken ist dabei auch die Mahnung für uns selbst, unseren Beitrag zu leisten, um den Frieden zu bewahren. Frieden und Demokratie sind für uns eng verbunden. Unsere wehrhafte Demokratie hat die große Aufgabe, den Frieden zu verteidigen.

In einer Zeit, in der wir in Europa in vielen Dekaden des Friedens keine militärischen Auseinandersetzungen mehr kennen, wird immer mehr auch der gesellschaftliche Frieden ein hohes Gut. Denn heutzutage, wo sich das Denken erneut radikalisiert, staatliches Handeln immer lauter in Frage gestellt wird, und auf unsere Gesellschaft Triebkräfte wirken, die es schwer machen, sie zusammen zu halten, kommt es umso mehr auch darauf an, Tage wie heute erfahrbar zu machen.

Das heißt, sie nicht einfach geschehen zu lassen, sondern als Aufforderung und Verpflichtung zu verstehen, inne zu halten, und sich Zeit für die Auseinandersetzung zu nehmen. Auch mal dem Unbequemen und Stillen einen Platz in seinen oft hektischen, schnelllebigen Alltag einzuräumen.

Nutzen Sie den heutigen Sonntag gerne, um diesen stillen Tag auf sich wirken zu lassen.

Ich wünsche Ihnen im Namen der Stadt einen besinnlichen Sonntag.

Ihre
Birte Kruse-Gobrecht
Bürgermeisterin der Stadt Bargteheide