"Frauen eine Stimme geben" - 100 Jahre Frauenwahlrecht

Mit 170 Besucherinnen und Besuchern war die Veranstaltung im Bargteheider Stadthaus bis auf den letzten Stehplatz ausgefüllt. Schülerinnen und Schüler örtlicher Schulen und interessierte Gäste wurden von einem Programm überwältigt, das verschiedenste Zugänge zur Thematik des 100-jährigen Jubiläums zur Einführung des Frauenwahlrechts im Jahr 1918 wählte.

In den Tagen zuvor hatten vier Schülerinnen in historischen Kostümen für die Veranstaltung geworben und berichteten über die Reaktionen der Passantinnen und Passanten auf der Straße. Die Veranstalterinnen Kathrin Geschke, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, und Ute Sauerwein-Weber, Leiterin der Volkshochschule, führten durch das Programm. 

Bürgermeisterin Birte Kruse-Gobrecht freute sich in ihrem Redebeitrag über das große Engagement der Organisatorinnen und mahnte, trotz der Erfolge für die Gleichberechtigung in den vergangenen 100 Jahren, auch weiterhin achtsam zu sein und gegen die Diskriminierung von Frauen vehement anzugehen: „Natürlich sind es heute andere Themen, die uns bewegen. Das Wahlrecht für Frauen muss nicht nochmal durchgesetzt werden. Aber zu glauben, es wären alle Themen abgeräumt, ist ein Trugschluss.“ Sie sprach sich unter anderen für einen eigenen "Frauenfeiertag" aus.

Musikalische Darbietungen des Frauengesangsensembles "Just8" und der jungen Ella Burkhardt ergänzten die Wortbeiträge zum Stand der Gleichstellung der Geschlechter. Frau Silke Laskowski, Professorin für Wirtschaftsrecht an der Universität Kassel, sprach in ihrem Vortrag über die strukturellen Bedingungen zur Verwirklichung parlamentarischer Demokratie. Sie belegte dabei den gegenwärtigen "roll back" einer Ungleichheit der Geschlechter in Parlamenten und begründete ihre Forderung nach der Einführung eines paritätischen Wahlrechts. Der Vortrag kann hier abgerufen werden.

Erinnert wurde auch an die in Bargteheide geborene Politikerin und Wegbereiterin für mehr Frauenrechte Louise Zietz, geb. Körner (1865-1922). Die Berliner Professorin für Physiotherapie, Prof. Dr. Heidi Höppner, blickte zurück in ihre eigene Kindheit in Bargteheide in den 60er/70er Jahren und ihre späte Entdeckung der Biografie von Louise Zietz als ein "weibliches Rollenvorbild".

Eine Stimme erhielt Louise Zietz nun fast 100 Jahre nach ihrem Tod durch die Schauspielerin Eva Maria Kölling. In ihren szenischen Lesungen auf Grundlage verschiedener Veröffentlichungen Zietz‘ wurde deutlich, dass die Fragen der ersten Frauenbewegung in Deutschland auch weiterhin von Bedeutung sind. Die Organisatorinnen und Gastrednerinnen waren sich im Fazit der Veranstaltung einig: Demokratie setzt Gleichberechtigung voraus und es braucht weiteres Engagement und konkrete, strukturelle Bedingungen, um die Gleichstellung von Frauen und Männern zu verbessern. Die Veranstaltung war auch der Beginn der Ausstellung zu den "Müttern des Grundgesetzes", die vom  05. November 2018   bis 21. November 2018 im Rathaus zu sehen war. 

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