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Datum: 29.01.2021

Baumfällung am Südring Forstbehörde verlangt Wiederaufforstung - Anlieger*innen werden informiert

Ende November 2020 wurden am Südring / Am Bornberg Bäume im Rahmen einer vorgesehenen
Pflegemaßnahme gefällt. Dieses Vorgehen wurde aufgrund des Umfanges an gefällten Bäumen
öffentlich von Anlieger*innen, Naturschutzverbänden und kommunalpolitischen Vertreter*innen
kritisiert.  Bürgermeisterin  Birte  Kruse-Gobrecht hatte  in  einer  Stellungnahme  eine  umfassende
Aufarbeitung des Sachverhalts angekündigt. Unter anderem wurden Gespräche mit der unteren
Naturschutzbehörde und der unteren Fortbehörde vereinbart.

Mitte Januar fand dazu ein Termin mit den Behörden vor Ort am Südring statt, um gemeinsam
die von der Fällung betroffene Fläche zu begutachten. Demnach vertritt die untere Forstbehörde
die Auffassung, dass es sich um einen unerlaubten Kahlschlag nach dem Landeswaldgesetz han-
delt und davon auszugehen ist, dass eine vollständige Wiederaufforstung und zusätzliche Aus-
gleichsmaßnahmen vorzunehmen sind. Zudem ist mit der Einleitung eines Ordnungswidrigkeits-
verfahrens wegen Verstoßes gegen das Landeswaldgesetz zu rechnen. Die Behörde sieht den
früheren Bestand der Waldfläche als klimabeständig an, in dem lediglich  Maßnahmen zur
Standortregulierung erforderlich gewesen wären. Ein rechtskräftiger Bescheid der Behörde liegt
noch nicht vor.  

Um die Sachverhaltsaufklärung zu unterstützen, erfolgte zwischenzeitlich eine artenschutzrecht-
liche Überprüfung der Fläche eines Fachbüros. Zu klären war, ob artenschutzrechtliche Verbote
gemäß § 44 Bundesnaturschutzgesetz durch die Fällarbeiten ausgelöst wurden. Demnach wur-
den durch den Zeitpunkt der Fällarbeiten keine geschützten Arten getötet oder gestört. Ein tem-
porärer Verlust von Lebensstätten für die Gilde der Gehölzfreibrüter konnte festgestellt werden.
Jedoch bieten die Totholzhaufen im Süden und Westen der Fläche wiederum Winterquartiere für
verschiedene Amphibien, Reptilien und Kleinsäuger wie Haselmäuse. Lediglich ein Entfernen die-
ser Totholzhaufen würde einen Verbotstatbestand auslösen. Es ist absehbar, dass sich das Nah-
rungsangebot mit dem  Austreiben etwaiger Nahrungspflanzen wie Haselsträuchern wieder er-
höht.

Die Stadt hat inzwischen innerhalb der gesetzten Frist auch eine Stellungnahme an die untere
Naturschutzbehörde abgegeben.  Auch diese sieht die Maßnahme als unrechtmäßigen forstli-
chen Eingriff an, der vermeidbar gewesen wäre.  

Bürgermeisterin Birte Kruse-Gobrecht sagt zu diesem Zwischenstand der Aufarbeitung: „Wir
werden nun alles tun, um den Vorgang wieder in Einklang mit Wald- und Naturschutz zu bringen.
Ich betone aber, dass zu keinem Zeitpunkt ein Kahlschlag, wie er nun festgestellt werden musste,
vorgesehen oder beabsichtigt war. Natur- und Umwelt haben für mich nach wie vor einen hohen
Stellenwert, getragen von den Grundsatzbeschlüssen der Kommunalpolitik.“

Die verwaltungsinterne Aufarbeitung hat gezeigt, dass auch ein Zusammentreffen ungünstiger
Umstände dazu geführt hat, dass das Ausmaß der Maßnahme im Vorfeld falsch eingeschätzt
wurde. Unter anderem war zu diesem Zeitpunkt die Leitung des städtischen Bauhofs, die zum
4.1.2021 besetzt werden konnte, vakant. Zudem konnte die Ausführung der Maßnahme durch
das beauftragte Unternehmen aus personellen Gründen nicht vor Ort begleitet werden.

Kruse-Gobrecht abschließend: „Die Bäume sind nicht mehr von heute auf morgen wieder zu
bringen. Eine vollwertige Aufforstung, mit der die Fläche wieder entwickelt werden soll, werde
ich aber weiter vorantreiben. Unsere internen Prozesse haben wir auf den Prüfstand gestellt, um
in Zukunft in solchen Fällen alle Beteiligten frühzeitig einzubeziehen und eine fundierte Abwä-
gung der Alternativen vorzunehmen.“
Die Anlieger*innen wurden in dieser Woche mit einem weiteren Schreiben der Stadt über den
Sachstand informiert.  

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Im Auftrag
Alexander Wagner
Referent der Bürgermeisterin

Stadt Bargteheide  
Rathausstraße 24 - 26
22941 Bargteheide
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