© Bina Engel
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Datum: 19.03.2021

Gleichstellungsbeauftragte in Stormarn fordern mehr Geschlechtergerechtigkeit bei der ÖPNV-Planung

Der öffentliche Personennahverkehr ist ein wichtiger Bestandteil gesellschaftlicher Teilhabe. Aber die Bedürfnisse der Alleinerziehenden Berufstätigen, der Älteren und der in ihrer Mobilität Eingeschränkten werden oft nicht berücksichtigt.

Auch diejenigen, die familiäre Betreuungsaufgaben für andere übernehmen, werden in der Planung des ÖPNV bislang nicht wahrgenommen.

Der Kreis Stormarn hat aus diesen Gründen im vierten Regionalen Nahverkehrsplan (RNVP) 2017-2021 die systematische Einbindung von Gender-Aspekten in der Nahverkehrsplanung

aufgenommen. Daraus entstand ein Pilotprojekt in der Region Bargteheide und Bargteheide-Land, welches vom Kreis mit der Summe von 30.000,00 € zur

Verfügung gestellt wurde. Heraus kommt eine Studie, die unterschiedliche Mobilitätsbedürfnisse der Nutzer*innen abfragt. Ziel ist es, sowohl die Bedarfsanalysen, als auch Ergebnisse in die folgenden RNVPs mit einzubringen.

Das Ergebnis der Studie liegt seit Ende 2020 als Gutachten vor und empfiehlt auch Handlungsempfehlungen (https://www.kreis-stormarn.de/files/kreis/fachbereiche/gleichstellung/Mobilitaetsbeduerfnisse_Gender_Kreis_Stormarn_Endbericht.pdf).

Die sieben hauptamtlichen Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Stormarn begrüßen aus Gleichstellungssicht ausdrücklich die Handlungsempfehlungen, wie

- die Einrichtung eines Fahrgastbeirates

- die Verbesserung der Verknüpfung von Verkehrsmitteln

- die stärkere Ausrichtung auf Bedarfsverkehre

- die Ausweitung des Konzeptes der Gewerbebusse

- die stärkere Berücksichtigung des Aspektes der (subjektiven) Sicherheit

- die erweiterte Anwendung des Begriffes der Barrierefreiheit und hierbei

- die Entwicklung eines kreisweiten einkommensangepassten Mobilitätstickets.

Wenn durch die Umsetzung der Handlungsempfehlungen der ÖPNV im Kreis Stormarn und darüber hinaus attraktiver würde und die Fahrgastzahlen steigen, wäre das nicht nur ein Schritt hin zu mehr Mobilitätsgerechtigkeit, sondern auch ein Beitrag zum Klimaschutz.