Kommunale Wärmeplanung für Bargteheide
Die kommunale Wärme- und Kälteplanung ist ein zentraler Baustein der Energiewende und bietet eine Orientierungs- und Entscheidungshilfe für private und öffentliche Investitionsentscheidungen. Etwa die Hälfte der in Bargteheide benötigten Endenergie entfällt auf den Wärmesektor (Warmwasser, Raumwärme, Prozesswärme), wobei der Großteil dieser Wärme noch immer durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe erzeugt wird. Ein Wechsel zu erneuerbaren Energien und eine systematische und langfristige Wärme- und Kälteplanung auf kommunaler Ebene ist dringend notwendig, um eine passende und wirtschaftliche Umsetzungsvariante zu finden. Das Ziel des Landes Schleswig-Holstein ist es, bis zum Jahre 2040 treibhausgasneutral zu sein.
Die Stadt Bargteheide wurde als Unterzentrum zur Aufstellung der kommunalen Wärme- und Kälteplanung verpflichtet. Grundlage dafür bietet das Energiewende- und Klimaschutzgesetz Schleswig-Holstein: Bargteheide muss nach § 7 Abs. 6 EWKG 2021 bis 31.12.2027 einen Wärmeplan vorlegen. Am 02.07.2026 wurde in der Stadtvertretung die Kommunale Wärmeplanung beschlossen. Damit liegt allen Beteiligten (Stadtverwaltung, Betreibern von Energieversorgungsinfrastrukturen, Hauseigentümer:innen und Handwerksbetrieben) eine Planungsgrundlage vor, die Orientierung für Entscheidungen gibt.
Die Inhalte der kommunalen Wärmeplanung und der Ablauf der Erstellung können auf dieser Seite nachgelesen werden.
Bestandsanalyse
Im Rahmen der Bestandsanalyse wird der aktuelle Zustand im Planungsgebiet für das Ausgangsjahr 2023 dargestellt. Der aktuelle Energieverbrauch privater und öffentlicher Gebäude wird erfasst und aktuelle Wärmeversorgung und –nutzung beschrieben.
Der Endenergiebedarf für Wärme für die Stadt Bargteheide beträgt 127 GWh pro Jahr. Der Sektor
private Haushalte hat dabei mit etwa 89 GWh den höchsten Bedarf. Dieser wird überwiegend
mittels Erdgas und Heizöl gedeckt. Der CO2-Ausstoß für Wärme für die Stadt beträgt für alle Sektoren zusammengefasst 26.869 Tonnen pro Jahr.
Die Bebauung im Planungsgebiet ist heterogen. Die Wohngebiete im Norden der Stadt sind eher
neueren Baujahrs wohingegen das Zentrum mit dem Rathaus sowie den umliegenden Gebieten
Gebäude mit Baujahren um die Jahrhundertwende 19./20 Jahrhundert aufweisen.
Prognose
In diesem Abschnitt wird ein Szenario für den Wärmebedarf bis zum Zieljahr 2045 entwickelt. Das Szenario basiert auf den Ergebnissen der Bestandanalyse unter Berücksichtigung zukünftiger Entwicklungen, wie z. B. Sanierungen. Es werden Vorschläge möglicher Versorgungsstrukturen gemacht, um die Klimaneutralität zu erreichen.
Werden zunächst Gebäude, die sich in einem schlechten energetischen Zustand befinden mit einer Quote von 1 Prozent jährlich saniert, sinkt der Nutzwärmebedarf bis zum Zieljahr 2035 auf
etwa 105 GWh/a und bis 2045 auf 100 GWh/a. (2023 betrug der Wärmebedarf 127 GWh pro Jahr).
Potenzialanalyse
Die Potenzialanalyse zeigt, welche lokal verfügbare Arten erneuerbarer Energie im Stadtgebiet genutzt werden können. Es wird aufgezeigt welche Erzeugungsarten (Umweltwärme, Sonnenenergie, unvermeidbare Abwärme etc.) dafür in Frage kommen und das technische Potenzial sowie die Wirtschaftlichkeit wird ermittelt.
Für eine dezentrale Wärmeversorgung sind in Bargteheide vor allem die Wärmequellen der oberflächennahen Geothermie und Freiflächen-Solarthermie geeignet. Luftwärmepumpen bieten ebenfalls ein hohes Potenzial.
Das Ergebnis der Potentialanalyse zeigt, dass mit klimaneutralen Technologien die zukünftigen Wärmebedarfe in den Jahren 2035 mit 105 GWh/a und in 2045 mit etwa 100 GWh/a gedeckt werden können.
Maßnahmen aus der kommunalen Wärmeplanung
Das Konzept enthält einen Maßnahmenkatalog. Die Maßnahmen enthalten Handlungsempfehlungen, um eine klimaneutrale Versorgung mit Wärme bis zum Zieljahr 2045 zu erreichen. Der Abschnitt enthält kontinuierlich durchzuführende Maßnahmen sowie kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen.
Als kontinuierliche Maßnahmen werden Öffentlichkeitsarbeit und die Teilnahme an Lenkungsgruppentreffen genannt. Weiter steht die Verdichtung und der Ausbau der bestehenden Wärmenetze sowie die Sanierung der kommunalen Liegenschaften im Maßnahmenkatalog. Für Sanierungen im privatem Besitz sind Immobilieneigentümer:innen verantwortlich.
Den Beschluss der Stadtvertretersitzung zur kommunalen Wärme- und Kälteplanung vom 02.07.2026 finden Sie hier im Ratsportal der Stadt.
Welche Beratungsangebote gibt es?
Ich möchte meine Heizung im Haus erneuern. Was muss ich jetzt beachten?
Der Wärme-und Kälteplan gibt Auskunft darüber, ob und wo im Stadtgebiet zentrale oder dezentrale Wärmeversorgungsnetze möglich sind oder ob eine individuelle Versorgung sinnvoll ist. Er gibt jedoch keine Verpflichtung zu einer speziellen Versorgungslösung neben den ohnehin bestehenden gesetzlichen Regelungen vor. Sie können jederzeit mit Ihrer Sanierung starten.
Es werden unterschiedliche Förderprogramme zu Beratungsleistungen oder Sanierungsmaßnahmen angeboten. Einen Überblick über Angebote für private Eigentümer:innen erhalten Sie hier. Im Folgenden werden einige Angebote vorgestellt.
Energieberatung der Verbraucherzentrale
Über die Verbraucherzentrale haben Sie die Möglichkeit sich umfassend über das Thema Energie sparen zu informieren. Energieberatung, kostenlose Prüfung von Wärmepumpenangeboten und zahllose Vorträge stehen Ihnen unter www.verbraucherzentrale-energieberatung.de zur Verfügung.
Infobroschüren/Flyer finden Sie auch in der Infothek des Rathauses.
Förderungen
Förderungen der KfW
Aktuelle Förderungen gibt es bei der Kreditanstalt für Wideraufbau (KfW). Für den Kauf oder Einbau einer klimaneutralen Heizung gibt es die Bundesförderung KfW Nr. 458 klimafreundliche Heizungsförderung für Privatpersonen – Wohngebäude (Link: Aktuelle Informationen zur Heizungsförderung | KfW ) Diese Förderung gilt für Wärmepumpen als auch für bspw. Biomasseheizungen und Solarthermische Anlagen.
Daneben gibt es die Förderung für Familien mit Kindern, die eine Bestandsimmobilie erwerben und sanieren oder Förderkredite für verschieden Sanierungsmaßnahmen.
Eine Übersicht über die Förderkredite und Zuschüsse für eine energieeffiziente Sanierung (Link: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestandsimmobilie/Energieeffizient-Sanieren/F%C3%B6rderprodukte/) finden Sie auf der Seite der KfW.
Bundesförderung für Energieberatung für Wohngebäude - Zuschuss
Mit der Bundesförderung der Energieberatung für Wohngebäude (EBW) werden von Expertinnen und Experten durchgeführte Energieberatungen für Wohngebäude gefördert. Im Rahmen der Förderung wird die Aufstellung individueller Sanierungsfahrpläne (iSFP) über die Bundesförderung gefördert. Informationen zur erhalten Sie auf der Seite der BAFA - Bundesförderung der Energieberatung für Wohngebäude (Link; https://www.bafa.de/DE/Energie/Energieberatung/Energieberatung_Wohngebaeude/energieberatung_wohngebaeude_node.html).
Gebäudecheck Wärmepumpe
Da die Effizienz einer Wärmepumpe stark von der Vorlauftemperatur abhängt, ist es von Vorteil, wenn das Heizwasser nur auf eine niedrige Temperatur gebracht werden muss. Durch gut gedämmte Häuser kann der Stromverbrauch der Wärmepumpe reduziert werden. Mit dem kostenlosen „Gebäudecheck Wärmepumpe“ prüfen Sie Ihre Räume und Heizkörper und erhalten Hinweise, wie Sie Ihr Gebäude fit für die Wärmepumpe machen.
Den Gebäudecheck starten Sie hier.
Vorträge - vhs
Die vhs Bargteheide bietet regelmäßig Vorträge der Reihe Energieberatungen der Verbraucherzentrale (https://www.vhs-bargteheide.de/index.php?id=9&kathaupt=26%3B&suchesetzen=false%3B&kfs_stichwort_schlagwort=Energieberatung) vor Ort oder online an. Die Verbraucherzentrale informiert zu verschiedenen Themen rund um Gebäudesanierungen, Heizungstausch oder Photovoltaik. Die Vorträge sind kostenfrei.
Sie wohnen in der Vogelsiedlung?
Für die Vogelsiedlung wurde im Jahr 2017 ein Quartierskonzept erstellt. Es enthält neben einer Analyse des Gebäudebestandes und Energiebilanzen auch Mustersanierungskonzepte für die Reihenmittelhäuser im Amsel-, Meisen- und Starenweg, die Mehrfamilienhäuser im Hasselbusch sowie die Reihenhäuser im Hasselbusch. Das Quartierkonzept und die Flyer finden Sie hier.
Weitere Informationen zu Beratungs- und Fördermöglichkeiten finden Sie unter energetische Beratungen in Bargteheide.